Wohnen

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Für alle, die mehr als ein Dach über dem Kopf wollen: GRÜNE Konzepte für Wohnen in Darmstadt

Nach den Daten der amtlichen Statistik hatte Darmstadt Ende 2014 154.002 Einwohnerinnen und Einwohner, 79.691 Wohnungen in 22.939 Gebäuden sowie 83.678 Kraftfahrzeuge, davon 69.492 PKW. Die Einwohnerzahl ist in den letzten fünf Jahren jährlich um durch­schnittlich rund 2.300 Personen gewachsen.

Doch nicht allein die quantitative Ent­wicklung der Einwohner­zahl stellt unsere Wohnungs­politik vor Heraus­forderungen. Vor dem Hinter­grund der sich weiter aus­differenzierenden ökonomischen, sozialen und kulturellen Lebens­stile ergeben sich zusätzliche Anforderungen. Zur Sicherung der wirtschaft­lichen und sozialen Lebens­bedingungen der Bevölkerung müssen diese ebenfalls Berück­sichtigung finden.

Wohnungs­markt­relevanz der Haushalts­struktur­verschiebungen

Im Vergleich zur Bevölkerungs­entwicklung zeigen die sich ver­ändernden Haushalts­strukturen noch mehr Dynamik. Auch wenn die Er­wartung mit einem höheren Prognose­risiko behaftet ist, gehen insgesamt alle Prognose­modelle davon aus, dass sich die Zahl der Ein- und Zwei-Personen­haushalte weiterhin über­proportional entwickeln und sich die Viel­falt an – vor allem urbanen – Lebens­entwürfen weiter verstärken und aus­differenzieren wird. Beides führt unmittelbar dazu, dass die Nach­frage nach Wohn­fläche und nach spezifischen Wohnraum­angeboten schneller an­steigen wird als der Be­völkerungs­zuwachs.

Wohnungs­markt­relevanz der Alterung

Der Zuwachs an kleinen Haus­halten bedeutet nicht zwangs­läufig auch mehr Nachfrage nach kleineren Wohnungen. Alterung ist häufig ver­bunden mit geringer Wohnungs­mobilität. Alte Menschen zeigen in der Regel starke Beharrungs­tendenzen für die an­gestamm­ten Wohnungen, auch wenn deren Größe auf frühere Familien­größen zu­geschnitten ist. Als Folge dieser Entwicklung steigt die Wohn­flächen­nachfrage pro Kopf der Bevölkerung. Mit der Lebens­erwartung steigt auch die Zahl der Wohnungen mit über­proportional hohem Flächen­verbrauch pro Kopf der Bevölkerung.

Städtebaulich, sozial­politisch und wohnungs­wirtschaft­lich ist der offensive und kreative Umgang mit den An­forderungs­profilen, die sich aus der zunehmende Alterung ergeben für uns ein Handlungsfeld, das zunehmend an Bedeutung gewinnt. Wir werden daher vielfältige Angebote für die zunehmend alternde Bevölkerung in unter­schiedlichsten Wohn­formen weiterentwickeln. > Soziales, Die GRÜNEN Alten Dabei kommt sowohl Wohn­eigentum als auch Miet­wohn­verhältnissen eine gleicher­maßen große Bedeutung zu.

Wohnungs­markt­relevanz der Wirtschafts­entwicklung

Es besteht kein Zweifel daran, dass die Kaufkraft der Haushalte entscheidend für deren Handlungsspielraum am Wohnungsmarkt ist. Dies gilt in gleicher Weise für den Mietwohnungsmarkt wie auch für Wohneigentum. Obwohl die Wohnung relativ hoch in der Hierarchie der Wünsche und Bedürfnisse steht, wird zusätzliche Kaufkraft nicht unmittelbar zu stärkerer Nachfrage nach Wohnraum führen.

Geringe Einkommen wirken sich dagegen un­mittel­barer auf die Haus­halts­budgets für Wohnen aus und führen dazu, dass sich betroffene Bürgerinnen und Bürger nicht aus eigener Kraft am Markt mit an­gemes­senem Wohn­raum versorgen können.

Wir GRÜNE werden daher verstärkt den sozialen Wohnungsbau fördern, aber auch Programme für Einkommen unmittelbar über den Grenzen für den sozialen Wohnungs­bau weiter­entwickeln und stärken. Ebenso achten wir darauf, dass die Neben­kosten für Wärme, Strom und Wasser durch energie­effizientes Bauen niedrig gehalten werden.

WAS WIR SCHON ERREICHT HABEN:

Steigerung des Bestands an kommunalen Immobilien

Der kommunale Bestand an Immobilien wurde jährlich um rund 1.000 neue Wohnungen erweitert.

Sicherung des Anteils an Sozialwohnungen

Allein das städtische Tochter­unternehmen bauverein AG baut jährlich 100 neue Sozial­wohnungen, das sind dreimal so viele wie noch 2011.

Darüber hinaus wurden Belegungs­rechte für Menschen mit geringem Einkommen angekauft oder vertraglich gesichert.

Ökologischer Mietspiegel

Ein neuer ökologischer Mietspiegel mit Energiekomponente und der Bewertung von Fahrradabstellplätzen wurde geschaffen.

Lincoln-Siedlung: Ein neues Zuhause für 3.000 Menschen

In der Lincoln-Siedlung entsteht zurzeit ein neues Quartier mit viel Grün- und Freiflächen sowie einem innovativen Mobilitätskonzept, das 3.000 Menschen ein neues Zuhause bieten wird.

Raum für innovative Wohnprojekte

Genossenschaftliche und generations­übergreifende Wohn­projekte wurden gefördert und bei der Flächenvergabe besonders berücksichtigt.

Vorbildhaftes Beteiligungskonzept

Alle wichtigen Bauvorhaben wurden transparent und partizipativ umgesetzt. Darmstadt verfügt heute über ein deutschland­weit vorbildhaftes Beteiligungs­konzept, dass auch bei wohnungs- und städte­baulichen Planungen Anwendung findet.

WAS WIR GRÜNE NOCH ERREICHEN WOLLEN

Wohnungsbauprogramm 2020: Bis zu 10.000 neue Wohnungen

Wir werden nicht nur einzelne am­bitionierte Programme für bezahl­bare Bau­land­entwicklung und sozial gerechtes Wohnen weiter­entwickeln, sondern die Programme zusammen mit dem geplanten „Masterplan Darmstadt 2030“ > Stadtentwicklung und Mobilität so verknüpfen, dass ein Leitbild mit konkreten Handlungsfeldern für Darmstadt als wachsende Stadt entsteht.

Dabei wird strategischer Grunderwerb genauso betrieben, wie Überlegungen zum Generieren von Wohn­bau­flächen. Unser Denk­prozess endet nicht beim vierten Geschoss: Dort, wo es im Umgang mit den Ressourcen Boden und Frei­raum Behutsam­keit bedarf, muss auch über hohe Häuser nachgedacht werden. Deshalb ist das Wohnungs­bauprogramm mit städtebaulichen Grundsatz­überlegungen verknüpft.

Bis 2020 wollen wir 10.000 zusätzliche Wohnungen in unter­schiedlichen Preis­segmenten ermöglichen.

Darmstadts Silhouette und das städte­baulich sehr schöne Weich­bild sollen weiter­entwickelt werden, ohne diese typische flächige Qualität zu ver­letzen. Dort, wo es möglich ist, an markanten Achsen sowie in sich wandelnden Quartieren wollen wir einer städtebaulichen Konzeption für ein Wachstum in die Höhe den Weg ebnen.

Bezahlbare Wohnungen

Wir GRÜNE achten darauf, dass die Wohnungen in Darmstadt auch weiter­hin bezahlbar bleiben.

Deshalb machen wir uns konsequent für die Nutzung von Städte­bau­förder­programmen des Landes und des Bundes stark. Wir wollen, dass die Stadt so viele Mittel für die soziale Wohn­raum­förderung zur Verfügung stellt, wie nötig ist, um Landes- und Bundesmittel voll ausschöpfen zu können.

Der geförderte Wohnungs­bau soll nicht allein in der Hand der bauverein AG liegen, sondern auch andere Wohnungs­unternehmen müssen dafür gewonnen werden.

Um Energiearmut zu verhindern, sollen auch preiswerte Wohnungen weiterhin energetisch fit gemacht werden.

Zukünftig sollen die städtischen Tochter­unternehmen bauverein AG und ENTEGA gemeinsam für die Wärme- und Strom-Versorgung in den kommunalen Immobilen zuständig sein und die Mieterschaft damit versorgen.

Unverzichtbar: das kommunale Wohnungs­unternehmen

Die bauverein AG gehört zu Darmstadt. Mit uns GRÜNEN wird dies auch in Zukunft so bleiben. Wir werden das kommunale Tochter­unternehmen nicht verkaufen. Dennoch soll klein­teilige Eigentums­bildung und Mieter­privatisierung möglich sein. Das Kern­geschäft der bauverein AG ist und bleibt der Wohnungs­bau, besonders der Bau von Sozial­wohnungen, die Bestands­sicherung und Bestands­erweiterung.

Die bauverein AG trägt mit bezahlbaren Mieten und moderaten Mieterhöhungen dazu bei, dass Mieterinnen und Mieter in ihren Quartieren bleiben und die soziale Infrastruktur und der soziale Zusammen­halt fortbestehen können.

Bezahlbare Mieten und die damit verbundene Aufrechterhaltung sozialer Strukturen hat bei der Verwendung des Unternehmenskapitals und der Gewinne oberste Priorität. Darüber hinaus er­wirtschaftete Über­schüsse sollen als Dividende in den städtischen Haushalt fließen. 

Lebenswerte, familien­gerechte, sozial gemischte Wohn­quartiere

Wohnraum und Wohnumfeld müssen vielen unter­schied­lichen Be­wohnerinnen und Bewohnern gerecht werden. Bei der Stadt­teil­entwicklung setzen wir auf lebenswerte, familien­gerechte, sozial gemischte Wohn­quartiere, in denen sich die Menschen entfalten und partizipativ einbringen können. > Stadtentwicklung und Mobilität

Eine ausgewogene Mischung

Wir brauchen in Darmstadt gleicher­maßen Sozial­wohnungen wie hoch­wertige Miet- und Eigentums­wohnungen. Auch Eigentums­förderung für junge Familien gilt es zu beachten.

Deshalb wollen wir bei allen größeren Bauprojekten mit mehr als 20 Wohn­einheiten einen Mindest­anteil (15 bis 30 %) von geförderten Wohnungen mit Mieten von 6,00 € bis 8.00 €/qm und Wohnungen mit „bezahlbaren“ Mieten von 8,00 € bis 11,00 €/qm verbindlich machen. Das Angebot muss allen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt gerecht werden.

Eine Verdichtung des innerstädtischen Wohnraums ist unverzichtbar. Dennoch muss die Lebensqualität in den Quartieren erhalten bleiben. Wir setzen deshalb beim Wohnungsbau auf Qualität. Aufenthaltsflächen für die Menschen, Frei- und Grünflächen, Fuß- und Radwege gehören dazu. > Stadtentwicklung und Mobilität

Wenn die Stadt kommunale Grundstücke im Erbbaurecht vergibt oder verkauft, soll sie energieeffiziente Häuser mit regenerativer Energieversorgung verbindlich machen. 

Zukunftsaufgabe: Wohnungs­versorgung der Flüchtlinge

In den vergangenen Monaten ist eine große Zahl an Geflüchteten zu uns nach Darmstadt gekommen. Viele von ihnen werden bleiben. Sie brauchen Unter­stützung und ein Dach über dem Kopf.

Wir wollen unsere Flächen- und Gebäude­reserven in Darmstadt erfassen und prüfen lassen, welche zeitnah als zusätz­licher Wohn­raum geeignet sind. Auch Bundes- und Landes-Immobilien sollen geprüft werden. Wir machen uns für eine kreative und un­büro­kratische Nutzung stark.

Bei den Darmstädter Bürgerinnen und Bürgern werden wir aktiv dafür werben, freie Wohnungen oder Zimmer zu ver­mieten. Die Hilfs­bereitschaft der Darmstädter und Darmstädterinnen ist phantastisch. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, verlangen wir eine dauerhafte finanzielle Beteiligung des Bundes und des Landes Hessen sowie die Öffnung ihrer freien Immobilien. > Die Herausforderung des Jahrzehnts

Lincoln zeigt: Aus Modellen kann Normalität werden

Im Süden von Darmstadt auf dem ehemaligen amerikanischen Kasernen-Gelände der Lincoln Village entsteht ein neues Wohnquartier in dem alle Wohnformen Raum finden: generationen­übergreifend, sozial gemischt und barrierearm.

Es wird Häuser für Wohngruppen, Geschoss­wohnungen und Eigentums­wohnungen geben. Ein neues Mobilitäts­konzept mit vielen Frei­flächen, Fuß- und Radwegen wird ausprobiert. Ein GRÜNES Novum ist die Stell­platz­einschränkungs­satzung mit Parkgaragen am Rande des Quartiers. Trotz der hohen Qualität, die dieses Quartier auszeichnet, achten wir darauf, dass bei der Grundstücksvergabe die Preise nicht in die Höhe getrieben werden.

Cambrai Fritsch Kaserne und Klinik­gelände Eberstadt

Für die Schaffung von noch mehr Wohn­raum in allen Preis­segmenten nehmen wir die Cambrai Fritsch Kaserne in Bessungen und das Eberstädter Klinik­gelände ins Visier. > Stadtentwicklung und Mobilität

„Soziale Stadt“ Pallaswiesen-/Morneweg­viertel

Innerhalb des Städte­bau­förder­programms „Soziale Stadt“ können im Pallas­wiesen-/Morneweg­viertel neue „Wohninseln“ entstehen, indem Flächen mobilisiert und gewerbe- und wohn­verträglich entwickelt werden. > Soziales, > Kultur

Inklusion

Inklusion soll beim Thema „Wohnen“ noch stärker als bisher ins Blickfeld gerückt werden. Zusammen mit der Interessensvertretung für ältere Menschen wollen wir GRÜNE einen Maßnahmen­katalog erarbeiten, in dem fest­geschrieben wird, was Wohnraum braucht, um für alte Menschen, mobilitätseingeschränkte Personen mit Rollstuhl oder Rollator sowie für (junge) Menschen mit Kinderwagen dauerhaft geeignet zu sein. > Soziales, > Die GRÜNEN Alten

An der Stadt teilhaben und teilnehmen

Wir wollen nicht für die Bürgerinnen und Bürger, sondern gemeinsam mit ihnen unsere Stadt entwickeln und bewahren.

Deshalb gibt es seit 2014 in Darmstadt ein von uns GRÜNEN initiiertes Be­teiligungs­konzept für die wichtigsten Fragen der Stadt­entwicklung. Dabei achten wir auf fairen Aus­gleich zwischen denen, die schon in einem Quartier ansässig sind, und denen, für die neuer Wohnraum geschaffen werden soll. Die Bewohner­schaft steht für uns im Mittelpunkt. In schwierigen Fällen setzen wir auch weiterhin auf Sozial­management und die Kooperation mit der Neuen Wohnraumhilfe gGmbH.

Nach wie vor gilt: Gemeinsam sind wir stark!

Auch beim Thema „Wohnen“ sind uns GRÜNEN Kooperation und Partizipation wichtig. Wir sind der Überzeugung, dass man durch Netzwerke Know-How bündeln und Synergien schaffen kann. In Darmstadt gibt es viele Akteurinnen und Akteure: unser städtisches Wohnungs­unternehmen, Fach­leute aus Wissen­schafts- und Forschungs­ein­richtungen, die Verwaltung, die Verbraucher­beratung, das Agenda Büro, die Bürger­schaft und vor allem die Wohn-Initiativen.

Ihr gesammeltes Erfahrungs­wissen wollen wir sichern. Beratung und Ver­mittlung für Interessierte bei der Ver­wirklichung innovativer Wohn­projekte soll an­geboten werden. Dafür soll die Stadt eine Anlaufstelle finanziell unterstützen (z.B. die WIR-Agentur).

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