Bildung

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Für alle, die ein Leben lang lernen wollen: GRÜNE Konzepte für Bildung

Gute Bildung ist der Schlüssel für Chancengleichheit und Teilhabe. Sie fördert die individuelle Entwicklung, sichert Beschäftigung und eigenständige Existenzsicherung, begünstigt Stadt- und Kulturentwicklung und ist Garant für wirtschaftliche Standortsicherung.

Gute Bildung für alle ist Bildung für alle Altersgruppen – lebenslanges Lernen ist heute in Bildungsbiografien Standard. Sie umfasst allgemeine Bildung und berufliche Bildung, schulische Bildung, Berufsausbildung, Hochschulbildung und Weiterbildung. Bildung findet an allen Orten statt – ist formal, non-formal oder informell. Orte von Bildung sind vielfältig: Familien, Kindertagesstätten, Schulen, Kinder- und Jugendzentren, Vereine, MigrantInnenselbstorganisationen, Volkshochschulen,  Familienzentren, Akademien,  Bildungsträger, Betriebe, Kammern, Hochschulen und viele mehr.

Wirkungsvolle Bildung stellt die unterschiedlichen Anforderungen und Kompetenzen der Menschen in den Mittelpunkt und passt das Bildungssystem deren Bedürfnissen an. Vor dem Hintergrund der Herausforderungen der Wissensgesellschaft, des demografischen Wandels, des Rechtsanspruchs auf Inklusion und der Internationalisierung bedeutet gute Bildung, das Bildungssystem an den Biographien zu orientieren. Insofern wollen wir Bildungsstrukturen ermöglichen, die allen Menschen die Teilhabe an Bildung und individuell ausgerichteter Förderung eröffnen.

Bildungspolitik sehen wir eng verzahnt mit anderen Politikfeldern – so lassen sich Anforderungen, Ressourcen und politische Konzepte sinnvoll abstimmen, anpassen und weiterentwickeln. Die kommunalpolitischen Einflussmöglichkeiten auf Bildung sind vielfältig, müssen aber von landespolitischen und bundespolitischen Verantwortlichkeiten abgegrenzt werden, obwohl die politischen Ebenen aufeinander wirken und ineinandergreifen.

Chancen- und Teilhabegerechtigkeit

Integrierte und individuelle Förderung

Gute Bildung ist für uns GRÜNE mehr als nur Vorbereitung auf das Arbeitsleben und  Qualifikation für einen flexiblen Arbeitsmarkt. Schulische Bildung muss Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen vielfältige Lernerlebnisse, Anregungen und soziale Kontakte ermöglichen. Statt einer Schulstruktur, die früh aussortiert, brauchen wir eine Schule, die die Lernenden integriert und individuell fördert – Begabte genauso wie Benachteiligte. Unabhängig von ihrer Herkunft und ihren sozialen Voraussetzungen muss jungen Menschen die Möglichkeit geboten werden, sich individuell und ihren Neigungen bzw. Talenten entsprechend zu entwickeln.

Als unverzichtbare Bestandteile bei der Vermittlung guter Bildung stehen nach unserem Verständnis folgende Punkte im Zentrum:

  • die Entwicklung einer individuellen, starken und selbstbewussten Persönlichkeit
  • die Erziehung zu einem demokratischen Grundverständnis und gesellschaftlichem Handeln
  • das Erlernen sozialer und fachbezogener Kompetenzen

Erst wenn wir allen eine umfassende Bildung und Ausbildung ermöglichen, können wir allen Bürgerinnen und Bürgern eine sichere Existenz durch ein gesichertes Einkommen, soziale Teilhabe und somit eine selbst bestimmte Zukunft in einer solidarischen Gemeinschaft ermöglichen.

Neue gesellschaftliche Herausforderungen

Die größten Herausforderungen für die Bildungspolitik sind derzeit die Gestaltung des technologischen und medialen Wandels, die demografische Entwicklung, die Internationalisierung, das lebenslange Lernen, die Pluralisierung der Lebenskonzepte und die Zunahme von Vielfalt. Weitere Entwicklungsanforderungen entstehen durch die Integration von Flüchtlingen und nicht zuletzt durch das Thema „Inklusion“. Daraus entstehen neue Anforderungen an die Strukturen und die Organisation des Bildungssystems.

Für uns GRÜNE bedeutet das:

  • die Vernetzung in regionalen Bildungslandschaften voranzubringen
  • und das Lernen vor Ort zu stärken

Ganz besonders sind dabei die Städte und Kreise gefordert, denn sie müssen die guten Bedingungen dafür schaffen.

Inklusion statt Ausgrenzung

„Inklusive Bildung“ bedeutet, allen Menschen einen Zugang zu hochwertiger Bildung zu ermöglichen und sie in die Lage zu versetzen, ihre Potenziale zu entfalten. Dies schließt grundsätzlich Benachteiligung jeder Art aus. Stattdessen sollen alle Menschen – Ältere, Migrantinnen und Migranten, Menschen mit Behinderung, Arbeitslose etc. – gleiche Chancen auf dem Bildungs- und Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft erhalten.

Inklusive Bildung nimmt jeden Menschen mit seiner Einzigartigkeit und seinen individuellen Bedürfnissen in den Blick. Sie steht für gleichberechtigte Teilhabe an den Bildungsangeboten zur Entfaltung und Entwicklung der eigenen Möglichkeiten.

Inklusive Bildung stellt die unterschiedlichen Bedürfnisse und Voraussetzungen der Lernenden in den Mittelpunkt und passt das (Berufs-)Bildungssystem an die Bedürfnisse der Lernenden an und nicht umgekehrt. Sie orientiert sich an Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit.

Wir GRÜNE stehen für klare Konzepte einer Bildungspolitik:

  • die zukunftsfähig ist und jeder und jedem die Teilhabe an Bildung ermöglicht
  • die Förderung und Bildung von Kindern und Jugendlichen unabhängig von der sozialen Herkunft garantiert
  • die individuell fördert und niemand zurücklässt
  • die bisherige und künftige Migration berücksichtigt
  • die Vielfalt anerkennt und deren Potenziale nutzt

Bildungsregion Darmstadt und Darmstadt-Dieburg

Gut organisierte und ausgebaute Bildungsstrukturen im Sinne lebenslangen Lernens tragen zur Förderung der individuellen persönlichen Entwicklung und zu mehr gesellschaftlicher Teilhabe bei. Die Menschen in der Region Darmstadt/Darmstadt-Dieburg richten ihr Leben nicht nach den Stadtgrenzen und behördlichen Zuständigkeiten aus. Schon seit vielen Jahren beobachten wir im Betreuungs-, Schul- oder Ausbildungsbereich eine gebietskörperschaftsüberschreitende Bewegung.

Was wir schon erreicht haben

Bildungsregion Darmstadt und Darmstadt-Dieburg
Wir betrachten den systematischen Ausbau einer regionalen Bildungslandschaft als eine tragende Säule. Das Ziel einer Bildungsregion Darmstadt und Darmstadt-Dieburg ist, die unterschiedlichen Bildungsbereiche (von der vorschulischen Bildung bis zur Erwachsenenbildung) zwischen der Stadt Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg abzustimmen, zu vernetzen und weiterzuentwickeln.
Ein wichtiger Schritt dabei ist der Bildungsbeirat. In ihm werden die Akteurinnen und Akteure und Trägerinnen und Träger von Bildungsangeboten miteinander vernetzt und deren Potenzial und Sachverstand zusammengeführt.
Bildungsplanung wird als gemeinsame Aufgabe (z.B. im Bereich Schule und Jugendhilfe) verstanden, um Bildungseinrichtungen als Lebens- und Lernorte im Sozialraum zu gestalten.
Projekte, wie die Umsetzung des „Pakts für den Nachmittag“, wurden in der Bildungsregion Darmstadt und Darmstadt-Dieburg initiiert und gemeinsam die Teilnahme an der Modellphase beantragt.

Was wir Grüne noch erreichen wollen

Die Ergebnisse des „Pakts für den Nachmittag“ sind gemeinsam zu evaluieren und in qualitativ hochwertige Konzepte für Ganztagsschulbetreuung zu implementieren.

Die Gespräche zur gemeinsamen Entwicklung der Berufsbildenden Schulen zwischen Stadt und Landkreis sind zu intensivieren, um zukunftsfähige Zentren aufzubauen.

Der Schulentwicklungsplan ist in einer Bildungsregion in abgestimmter Planung zu verwirklichen. Die gemeinsame Schulträgerschaft ist dabei ein wichtiges Ziel.

Bildungsatlas – Bildungsmonitoring
Die Stadt Darmstadt und der Landkreis Darmstadt-Dieburg arbeiten seit 2013 im Bildungsbeirat an einer Vernetzung ihrer Bildungsangebote. Dabei gilt es auch, einen Überblick über die vielfältigen in der Region angebotenen Aktivitäten und Projekte im Bildungsbereich zu erhalten. Alle Bildungsangebote sollen in einem „Bildungsatlas“ gesammelt und für Analysen und die Entwicklung von Bildungskonzepten und –modellen genutzt werden.
Weiterhin wollen wir auf der Grundlage des Bildungsatlas eine indikatorengestützte Bildungsberichterstattung und ein Bildungsmonitoring implementieren, welche kontinuierlich verlässliche Zahlen, Daten, Fakten für steuerungsrelevante Weichenstellungen und Entscheidungen bieten. Im Rahmen des Bildungsmonitorings sollen individuelle Bildungsbiographien erfasst und analysiert werden. Darüber hinaus ist es Ziel, die Durchlässigkeit und Nutzbarkeit des Bildungssystems für alle Bevölkerungsgruppen sowie mögliche Vernetzungen in den Bildungsangeboten transparent zu machen. Aus dem Bildungsmonitoring werden wir kommunalpolitische Bildungsziele ableiten und umsetzen.

VORAUSSETZUNG FÜR GUTE BILDUNG SIND GUTE SCHULEN

Vielfalt stärken

Darmstadt hat eine vielfältige Schullandschaft, bestehend aus Grundschulen, Stadtteilschulen und Gesamtschulen, Förderschulen, Gymnasien, Berufsbildenden Schulen und freien Schulen. Sie ist einerseits geprägt durch die G8- und G9-Bildungsangebote der Gymnasien, die berufs- und studienqualifizierenden Angebote der Berufsbildenden Schulen, aber auch durch die Vermittlung alternativer Lehr- und Lernmethoden in anderen Schulformen.

Darmstadts Stadtgesellschaft ist vielfältig. Aufgrund der Attraktivität des Standorts wird sie künftig durch Zuzug, aber auch durch Zuwanderung von Arbeitsmigrantinnen und -migranten sowie Asylsuchenden noch bunter werden.

GRÜNE Bildungspolitik möchte daher alle Schulen und Schulformen darin unterstützen, mit unterschiedlichen Profilen ihre Möglichkeiten über bloße Wissensvermittlung hinaus zu entwickeln, um den Anspruch auf Persönlichkeitsbildung und Bildungsgerechtigkeit zu ermöglichen. So können sie sich besser den Herausforderungen stellen, die sich aus Zuzug und Zuwanderung ergeben.

Land und Bund in die Pflicht nehmen

Vieles im Bereich der Bildung und Betreuung ist Landesaufgabe. Den Kommunen hingegen sind relativ enge Gestaltungsgrenzen gesetzt. Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern leiden unter der für sie zum größten Teil unklaren Struktur der Aufgabenverteilung. Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass Land und Bund immer wieder in die Pflicht genommen werden, die gegebenen Versprechen auch einzulösen: Sei es bei dem schleppenden Ausbau echter Ganztagsschulen, sei es auf dem Weg zur selbstständigen Schule mit einem ausreichenden Budget. Oder hinsichtlich einer angemessenen Ausstattung für den gemeinsamen Unterricht von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung sowie der angemessenen Förderung asylsuchender Schülerinnen und Schüler sowie von Flüchtlingen.

Was wir Grüne noch erreichen wollen

Wir GRÜNE wollen

  • Langes gemeinsames Lernen!
  • Die Reform der LehrerInnenausbildung muss weiterentwickelt werden. Neue Standards müssen Eingang finden.
  • Angebote in der Fort- und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern, die sie in die Lage versetzten, Deutsch als Fremdsprache bzw. sprachsensibel zu unterrichten, sowie den Kompetenzerwerb in den Themenfeldern „Interkulturalität“ und „Inklusion“ fördern, müssen vom Land zügig entwickelt werden.
  • Interkulturelle, soziale und didaktische Kompetenzen müssen an den Universitäten einen höheren Stellenwert erhalten.

Inklusion konkret – Chance für unser Schulsystem

Inklusion ist für uns Darmstädter GRÜNE ein Paradigmenwechsel in der kommunalen Bildungspolitik. Sie findet täglich in den unterschiedlichsten Einrichtungen statt.

Was wir schon erreicht haben

Die Stadt Darmstadt hat als Schulträger inklusive Konzepte entwickelt und umgesetzt.

Herausstellen möchten wir die Ludwig-Schwamb-Schule und die Mühltalschule im Eberstädter Süden. Die Förderschule mit dem Schwerpunkt „Lernen“ und die benachbarte Grundschule haben sich gemeinsam auf den Weg zur Inklusion gemacht.

Im Rahmen von Planungswerkstätten ermöglichte die Koalition aus Bündnis 90/DIE GRÜNEN und CDU eine intensive Auseinandersetzung mit planungsrelevanten Fragen im Zusammenhang mit der Konzeption eines inklusiven Schulgebäudes.

In der Lincoln-Siedlung wird eine neue Grundschule für 400 Kinder entstehen. Die Schule wird in einem Wettbewerb ausgelobt und soll alle Möglichkeiten für inklusive gebundene Ganztagsbeschulung erhalten. Dieses Modell zeigt, dass die Stadt die baulichen Voraussetzungen für gute pädagogische Arbeit garantiert. > Soziales

Was wir Grüne noch erreichen wollen

Wir werden den Prozess der Inklusion weiter fördern. In einem der Darmstädter Stadtteile wird ein inklusives Modell entwickelt und umgesetzt. Hier sollen alle inklusiven Konzepte, die sich bewährt haben, konzentriert Anwendung finden. Anschließend soll das Modell auf das gesamte Stadtgebiet ausstrahlen.

Auf kommunaler Ebene werden wir bei allen Schulneubauten und Schulsanierungen folgende Aspekte berücksichtigen:

  • Barrierefreier Ausbau oder Umbau von Schulgebäuden
  • Bereitstellung von Differenzierungs-Räumen
  • Offene Lernlandschaften für einen multifunktionalen Einsatz
  • Sanierung von Turnhallen und/oder Schaffung von Psychomotorik-Räumen

Des Weiteren werden wir den initiierten Arbeitskreis „Inklusion“, in dem unterschiedliche Bildungseinrichtungen sowie innere und äußere Schulverwaltung regelmäßig zusammenfinden, fortsetzen und dessen Arbeit intensivieren.

Inklusion gilt für alle Schulformen. Wir Darmstädter GRÜNE werden im Rahmen der Möglichkeiten alle Schulen auf ihrem inklusiven Weg unterstützen. Inklusion ist nicht zum Null-Tarif zu erreichen. Wir werden uns dafür einsetzen, dass auch innerhalb des Schulbausanierungsprogramms weiterhin viel Geld zur Verfügung gestellt wird, um die räumlichen Rahmenbedingungen für gute inklusive Schule zu schaffen.

Schule als Lern- und Lebensort

GRÜNES Handeln im kommunalen Bereich hat die Schülerinnen und Schüler im Blick!

Bürgerbeteiligung ist uns GRÜNEN in allen Bereichen und für alle Bevölkerungsgruppen wichtig. Wenn es um das Thema „Schule“ geht, stehen bei uns die Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt! Das bedeutet, wir werden zukünftig die Schülerinnen und Schüler noch stärker in die Schulgestaltung einbeziehen. So wollen wir, dass die Darmstädter Schulhöfe mit Beteiligung der Schülerinnen und Schüler sukzessive umgestaltet werden. Dies geht nicht von „heute auf morgen“. Anfänge wurden schon gemacht. „Beton-Wüsten“ wurden in ansprechende Aufenthaltsbereiche umgewandelt.

Was wir Grüne noch erreichen wollen

Wir wollen inklusive und kind- bzw. jugendgerechte Schulhöfe entwickeln und umsetzen, deren Attraktivität in den jeweiligen Stadtteil ausstrahlt. Hier ist es uns wichtig, die neu zu konzipierenden Schulhöfe mit Beteiligung der Schülerinnen und Schüler zu gestalten und als soziale, offene und kommunikative Stadtteilplätze weiterzuentwickeln.

Dies führt auch zu einer verbesserten Identifikation mit der Schule. Schule ist so nicht nur Lern-, sondern auch Lebensort. Daher soll ein Schulhofsanierungsprogramm noch stärker in das Schulbausanierungsprogramm integriert werden.

Gesundheitsfördernde Schule
Das Thema „Schule und Gesundheit“ wird durch verschiedene meist unabhängige Förder-Programme abgebildet.
Für die kommunalpolitische Handlungsebene ist uns GRÜNEN die flächendeckende Ausstattung der Schulen mit Mensen wichtig. Dabei wollen wir, dass für die Schülerinnen und Schüler ein gesundes Essen regionaler Dienstleister angeboten wird. Dies gelingt in vielen Schulmensen schon heute. Bei der Vergabe von Schulkiosk-Konzessionen wird darauf geachtet, dass die Betreiberinnen und Betreiber möglichst vollwertige Nahrungsmittel und gesunde Getränke führen.

Wir GRÜNE wollen ein kostengünstiges, gesundes Mittagessen für jedes Kind in Darmstädter Schulen.

Flexible Eingangsstufen
Die intensive Zusammenarbeit von Schulen und Kindertagesstätten im Rahmen der Arbeit des Bildungs- und Erziehungsplanes und weiterer Kooperationen wird die Bildungschancen vieler Kinder deutlich verbessern. Der Übergang von der Kindertagesstätte in die Schule kann durch Vernetzung und Austausch im Sinne der Kinder gut begleitet werden.

Wir GRÜNE wollen, dass Grundschulen, die dies wünschen, flexible Eingangsstufen einrichten können. Flexible Eingangsstufe bedeutet, dass die Kinder nach ihren individuellen Voraussetzungen die ersten beiden Schuljahre in einem oder zwei Jahren in altersgemischten Gruppen durchlaufen. Diese Wahlfreiheit ist abhängig von der Zustimmung des Landes und der Bereitstellung von entsprechenden LehrerInnenstellen.

DARMSTADT ALS STANDORT BERUFSBILDENDER SCHULEN STÄRKEN

Südhessen gehört zu den stärksten Wirtschaftsregionen Europas. Dies basiert vor allem auf der Innovationskraft der Unternehmen und dem Know-how ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es müssen vielfältige Anstrengungen unternommen werden, dass alle Schülerinnen und Schülern einen qualifizierten Abschluss erreichen. Darauf aufbauend sollen alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit haben, studien- oder berufsqualifizierende Bildungsgänge zu besuchen. Die Darmstädter Schullandschaft soll somit allen die Möglichkeit eröffnen, die Allgemeine Hochschulreife bzw. die Fachhochschulreife und/oder den Abschluss einer dualen Ausbildung in der Region Südhessen zu erwerben.

Das zwischen Wirtschaft, Gewerkschaften, Kommunalen Spitzenverbänden, Agentur für Arbeit und Hessischer Landesregierung im März 2015 geschlossene „Bündnis für Ausbildung Hessen“ wird von uns für die Stadt Darmstadt unterstützt und umgesetzt. Im Sinne dieses Bündnisses müssen alle Anstrengungen unternommen werden, damit jeder junge Mensch die Ausbildungsreife erreichen kann. Das bedeutet konkret: Allen Jugendlichen ist ein dualer oder vollschulischer Ausbildungsplatz anzubieten, bzw. alle Jugendlichen werden bei ihrem Erwerb der Ausbildungsfähigkeit unterstützt.

Duales System der Berufsausbildung

Allgemeine und berufliche Bildung sind grundsätzlich gleichwertig. Vor diesem Hintergrund soll eine höhere Anerkennung der dualen Berufsausbildung in der Gesellschaft erreicht werden. Das duale Berufsausbildungssystem gilt weltweit als vorbildlich. Die Verbindung von schulischem Lernen und betrieblicher Ausbildung gewährleistet eine hohe Qualifikation derer, die sie absolvieren.

Berufsbildende Schulen sind dabei die Zentren, die den schulischen Teil der dualen Berufsausbildung übernehmen. Sie sind deshalb von großer Bedeutung für die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Darmstadt und der Region Südhessen.

Zukünftig sollen die berufsbildenden Schulen der Stadt Darmstadt und des Landkreises Darmstadt-Dieburg noch enger kooperieren. Dies soll auch durch die Fortschreibung des gemeinsamen Berufsschulentwicklungsplanes und durch Kooperationen mit den Berufsbildenden Schulen der umliegenden Landkreise geschehen.

SCHULBAUSANIERUNGSPROGRAMM: AUSREICHEND FINANZIELLE MITTEL FÜR GUTE RAUMKONZEPTE BEREIT GESTELLT

Gute ausreichende Raumkonzepte sind Voraussetzung für die Umsetzung von schulischen Konzepten, wie z.B. der rhythmisierten gebundenen Ganztagsschule. Dabei sind Funktionsräume wie beispielsweise Mensen oder Aufenthaltsräume für die Mittagspause notwendig.

Was wir schon erreicht haben

Durch das Schulbausanierungsprogramm haben wir den Sanierungsstau der letzten Jahrzehnte Stück für Stück abgebaut. Wir haben uns dafür eingesetzt, dass die Finanzmittel von 7 auf 24 Mio. Euro jährlich erhöht wurden! Das Schulbausanierungsprogramm zeigt transparent die bereits umgesetzten Maßnahmen und die Priorität der anstehenden Sanierungsmaßnahmen.

Was wir Grüne noch erreichen wollen

  • Das Schulbausanierungsprogramm soll fortgesetzt und weiterhin mit finanziellen Mitteln hinterlegt werden.
  • Die Erweiterung von Schulen soll durch Neubaumaßnahmen umgesetzt und die notwendigen Finanzen müssen bereit gestellt werden.
  • Entfaltungs- und Freiräume im kreativ-musischen oder im sportlichen Bereich sollen den Kindern und Jugendlichen zur Verfügung gestellt werden.

Sanierung und Ausbau der Beruflichen Schulen

Was wir schon erreicht haben

Die Sanierung und Ergänzung durch Neubauten des Berufsschulzentrums Nord haben wir auf den Weg gebracht. Nach Jahrzehnten des Stillstands werden in den nächsten Jahren mehr als 69 Mio. Euro in die Renovierung und Neugestaltung des Berufsschulzentrums Nord investiert. Damit ist es das größte Schulbauprojekt der Wissenschaftsstadt Darmstadt, koordiniert vom Eigenbetrieb Immobilienmanagement (IDA). In die Planung sind die Lernenden, die Lehrkräfte, die Kammern und die Schulleitungen der Schulen einbezogen.
Ebenso wird das Berufsschulzentrum Mitte mit unserer Unterstützung umfangreich modernisiert. Die Zentren der berufsbildenden Schulen der Wissenschaftsstadt Darmstadt werden unter Berücksichtigung energieeffizienten Bauens neu gestaltet.

Was wir Grüne noch erreichen wollen

Berufsbildende Schulen sollen sich zukünftig noch verstärkt durch fachliche Schwerpunkte auszeichnen und Zentren der Erwachsenenbildung werden. Dafür ist eine Abstimmung in der Bildungsregion notwendig.

SOZIALRAUMORIENTIERTE SCHULSOZIALARBEIT

Schulen entwickeln ihre pädagogische Arbeit mit der Zielsetzung, Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern und zur umfassenden Entwicklung ihres persönlichen Potenzials anzuregen.
Schule ist zentraler Lebens- und Erfahrungsort für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Deshalb nehmen Schulen verstärkt ihre Verantwortung im Bereich der Persönlichkeitsstärkung und Prävention wahr und realisieren vielfältige Projekte, zum Beispiel zum Verhalten in Konflikten, zur Vermeidung von Schulabbrüchen, zur Suchtprävention, zur Bewältigung von Krisensituationen und zur Gewaltvermeidung.
In diesen Feldern besteht die Notwendigkeit, die Arbeit von Lehrkräften mit Angeboten und Möglichkeiten der Schulsozialarbeit zu verschränken.Mehr lesen

Was wir schon erreicht haben

Der flächendeckende, sozialraumorientierte Ausbau der Schulsozialarbeit wurde realisiert, so dass alle Schulen von Schulsozialarbeit partizipieren. Die letzte Ausbaustufe auch an den Berufsbildenden Schulen wurde durchgeführt.

Die Umsetzung der Schulsozialarbeit wird regelmäßig evaluiert und Konzepte angepasst. Die zur Verfügung stehenden kommunalen Mittel in Höhe von ca. 1,4 Mio. Euro jährlich werden dynamisiert, was für die Träger der Jugendhilfe zu einer Erhöhung der Zuschüsse führt.

Was wir Grüne noch erreichen wollen

  • Der Ausbau der flächendeckenden, sozialraumorientierten Schulsozialarbeit soll weiter abgesichert werden.
  • Die Unterscheidung und Trennung zwischen Landesaufgaben und kommunaler Verantwortung muss hier überwunden werden. Die Möglichkeiten beider Seiten sind sinnvoll zu verzahnen.
  • Wir fördern die sozialraumorientierte Ausrichtung der Jugendhilfe durch noch intensivere Vernetzung und Abstimmung der Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, der Jugendberufshilfe und anderer Angebote.

SELBSTSTÄNDIGE SCHULEN

Schulen müssen gesellschaftliche, soziale und technologische Veränderungen aufgreifen und ihre Bildungsangebote wie auch ihre Unterrichtsgestaltung weiterentwickeln. Nur so können sie den Anspruch guter Bildung und individueller Förderung verwirklichen. Die Stärkung der Eigenverantwortung der einzelnen Schulen und ihre Vernetzung mit ihrem Lernumfeld vor Ort in der Kommune liefern wichtige Impulse zur konkreten Verbesserung der regionalen Bildungslandschaft und zur Stärkung der Unterrichtsqualität.Mehr lesen

PRODUKTIONSSCHULE FÜR DIE DARMSTÄDTER BILDUNGSLANDSCHAFT

Wir  machen uns seit langem für die umfangreiche Förderung von benachteiligten Jugendlichen stark. Wir wollen die Weiterentwicklung von Produktionsschulen fördern und begleiten. Die Produktionsschulen sollen Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 27 Jahren eine handlungsorientierte Alternative bieten, um den Übergang von Schule in den Beruf ohne lange Wartezeiten zu meistern. In einer freiwilligen pädagogischen Lerngemeinschaft findet sinnstiftendes Lernen und Arbeiten statt.
In den Werkstätten werden Produkte hergestellt, die marktfähig sind oder es werden konkrete Dienstleistungen für reale Verbraucherinnen und Verbraucher angeboten. Andere Bildungsträger, wie z.B. der Werkhof, haben ähnliche Konzepte bereits umgesetzt. Wir wollen sie mit ihren Erfahrungen einbeziehen und in Verbindung mit dem Staatlichen Schulamt Darmstadt soll eine Kooperation entstehen. Eine gemeinsame Konzeptionierung mit dem Landkreis Darmstadt-Dieburg im Rahmen der Bildungsregion Darmstadt und Darmstadt-Dieburg streben wir an.

LEBENSLANGES LERNEN / BILDUNG ÄLTERER MENSCHEN

Unter den Bedingungen der gesellschaftlichen Transformationsprozesse und des demografischen Wandels muss lebenslanges Lernen fester Bestandteil der Bildungspolitik sein. Deshalb werden im Bildungsatlas vor allem auch die vielfältigen Weiterbildungsangebote und die große Vielfalt der Weiterbildungsanbieter berücksichtigt werden.
Verstärkt werden wir zudem Bildungsmaßnahmen für ältere Menschen in den Blick nehmen. Sie dienen der Fähigkeitsentwicklung, der Integration sowie der sozialen und kulturellen Teilhabe der Älteren und vergrößern das Fachkräftepotenzial. Darüber hinaus tragen sie dazu bei, dass Bildungsbenachteiligungen nicht „vererbt“ werden. Auf der Grundlage des Inklusionsgedankens sollen auch die Bildungsbedarfe älterer Menschen erfasst werden. Sie sollen von vorhandenen Bildungsangeboten besser als bisher profitieren.

SPONSORING AN SCHULEN BEGRENZEN

Unabhängigkeit ist Grundvoraussetzung, um freies Lernen und freies Denken in der Schule zu ermöglichen. Deshalb müssen die Voraussetzungen für die Vermittlung gesellschaftlicher Grundwerte in einem unabhängigen Umfeld erhalten bleiben.
Sponsoring hat schon vor Jahren an Schulen Einzug gehalten. Dies muss weiterhin kritisch beobachtet werden. Es gilt, die pädagogische Freiheit der Lehrerinnen und Lehrer zu unterstützen und sie von Einflussmöglichkeiten unterschiedlicher Gruppen und Unternehmen fernzuhalten.

BETREUENDE GRUNDSCHULE / PAKT FÜR DEN NACHMITTAG

Um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern und um die Sozialisation von Kindern positiv zu unterstützen, ist der Bereich der Schulkindbetreuung von uns intensiv ausgebaut worden. Die Versorgungsquote konnte von 22 % (2010/2011) auf  33 % (2015/2016) erhöht worden. Mit Einbeziehung der Hortkinder ergibt sich für Darmstadt sogar eine Versorgungsquote von 45 %.
Dieses Ziel wurde durch Mitwirkung von Schulen, Eltern und Vereinen sowie mit dem Sofortprogramm in Höhe von 2,2 Mio. Euro erreicht. Eine gute Zwischenbilanz!

Was wir Grüne noch erreichen wollen

Auch in den kommenden fünf Jahren soll der stetig steigende Bedarf an Schulkindbetreuungsplätzen gedeckt werden. Dafür wollen wir das Angebot der betreuenden Grundschule im Kontext mit anderen Förderprogrammen wie z. B. „Familienfreundliche Schule“ und „Packt für den Nachmittag“ weiter ausbauen.

Das Programm „Pakt für den Nachmittag“ wird von uns unterstützt und soll weiterentwickelt werden, da die daraus resultierenden Ergebnisse die Ganztagsschulplanung und -gestaltung wesentlich beeinflussen werden.

Auch nach der Kita-Zeit benötigen Eltern für ihre Kinder ein verlässliches Bildungs- und Betreuungsangebot. Der „Pakt für den Nachmittag“  hat zum Ziel, einen wesentlichen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zu mehr Bildungsgerechtigkeit und Teilhabe in der Grundschulzeit zu leisten.

Die Ergebnisse der zwei Pilotstandorte in Darmstadt (Erich-Kästner-Schule in Kranichstein und Ludwig-Schwamb-Schule in Verbindung mit der Mühltalschule in Eberstadt) sollen nach einer Evaluationsphase auf alle Grundschulen übertragen werden.

Der „Pakt für den Nachmittag“ stellt den Einstieg zu einer personellen und räumlichen Umgestaltung der Grundschule vom Lern- zum Lebensort dar.
Wenn aus Lernorten Lebensorte werden, müssen Themen wie Bewegung, Sport, Kultur, Umwelt und Teamarbeit – um nur einige zu nennen – einen höheren Stellenwert in den Konzepten der Grundschulen erhalten. Dafür müssen Staatliches Schulamt und Jugendhilfe auch weiterhin auf Augenhöhe ins Gespräch kommen. > Soziales

UMWELTDIPLOM UND MEDIENDIPLOM

Sowohl das Umweltdiplom, als auch das Mediendiplom sollen die kindliche Auseinandersetzung mit den jeweiligen Themen unterstützen.
Das Umweltdiplom hat sich bereits seit einigen Jahren etabliert und soll weiterhin gefördert werden. > Umwelt Der Erwerb und die Erweiterung von Medienkompetenzen hat eine zentrale Bedeutung in unserer Gesellschaft. Medienkompetenz ist mittlerweile zu einer Schlüsselqualifikation geworden und wird als weitere wichtige Kulturtechnik von der Fachwelt gesehen. Das Mediendiplom unterstützen wir. > Soziales, > Netzpolitik

LERNEN AN AUSSERSCHULISCHEN LERNORTEN

„Lernen findet nicht nur in der Schule statt.“ Dieser Binsenweisheit steht eine schulische Realität entgegen, in der Exkursionen, Ausflüge und Erkundungen zu den seltenen Highlights des Schuljahres gehören. Dabei hat Darmstadt viele interessante Lernorte zu bieten: Hofgut Oberfeld, Kinder- und Jugendfarm, Vivarium, Hessisches Landesmuseum, Eissporthalle, Mathildenhöhe, Druckmuseum, Friedhöfe u.v.m.. Aber es sind nicht nur die spektakulären Ziele, die mit der ganzen Klasse angesteuert werden. Lernwirksamer ist es, wenn Schülerinnen und Schüler möglichst selbständig in kleinen Gruppen ihre außerschulische Lebenswelt erkunden und das Lernen außerhalb der Schule, z. B. die Recherche vor Ort, das Interview mit fremden Menschen in der Stadt, die Befragung von Experten usw., zum normalen Teil des Unterrichts gehört.

Wir GRÜNE treten dafür ein, dass das Lernen außerhalb der Schule gefördert wird. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass diese Lernorte interessante Angebote für Kinder und Jugendliche entwickeln. Außerdem machen wir uns für eine Datenbank stark, in der Pädagoginnen und Pädagogen spannende Lernorte in Darmstadt finden können.

GRUNDBILDUNG UND ALPHABETISIERUNG

In Deutschland leben 7,5 Mio. Menschen, die über unzureichende schriftsprachliche Fähigkeiten verfügen. Bei vielen von ihnen tritt dieses Phänomen auf, obwohl sie neun bzw. zehn Jahre die Schule besucht haben. Mehr lesen

Was wir Grüne noch erreichen wollen

Die oben genannten Angebote sollen evaluiert und bei positivem Verlauf weiter ausgebaut werden. Auch eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit ist erforderlich.

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